Kongress 2012

Aller guten Dinge sind 4 + 40 + 400 

Der viertägige Kongress BIS Konstanz begann mit vier Wyfelder Luusbuebe und lockte mit 40 Veranstaltungen über 400 Beteiligte vom 12. bis 15. September nach Konstanz.  Am Mittwochnachmittag interessierten sich rund 200 Personen für die beiden Workshops zur kommenden Katalogisierungssystematik mit RDA/GND sowie dem Thema Bibliotheksgesetzgebung.  Am Abend nahmen rund 150 Personen an der Eröffnung in der Bibliothek der HTWG Konstanz teil. Mit  Witz, Charme und Musik sorgten die Wyfelder Luusbuebe für ein Feuerwerk rund um die Ansprachen, darunter die Eröffnungsrede von Christiane Langenberger, Präsidentin der Kommission der Nationalbibliothek.

Besichtigungen, Vorträge, Diskussionen und Workshops fanden an den folgenden Tagen im und um das über 600 Jahre alte Konzilhaus in einer inspirierenden, angeregten und festlichen Atmosphäre statt. Einige Rückmeldungen von Teilnehmenden mögen davon Eindrücke vermitteln:

  • «Einstiegsreferat mit Harald Reiterer war super: Fulminant und sehr gut präsentiert.»
  • «toller Kongressort, gute Organisation – schade, dass Führungen parallel zur GV stattfanden»
  • «ausgewogenes Programm für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken»
  • «Was ich schön fand, war die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen: Kontakte und Gespräche ergeben sich sehr gut während des Essens.»
  • «Ich vermute dass ich nicht die einzige bin, die Freude an den Lausbuben hatte – im Übrigen recht clevere Burschen.»
  • «Seit die Geschäftsstelle neu besetzt ist, kommt immer auch der Humor nicht zu kurz – das ist wohltuend.»
  • «Dass die Präsentationen nicht online aufgeschaltet werden sollen, ist absurd.» (Anmerkung: Der Kritik wurde Rechnung getragen – zu den Vorträgen geht's hier.)

Dynamik in Konstanz

131 Mitglieder waren an der Generalversammlung vom 14. September in Konstanz vertreten. Sie haben mit grossem Mehr die Revision der Verbandsstatuten beschlossen und damit den Prozess der Strukturreform abgeschlossen.

Die losen Strukturen sind nun geklärt, indem die Interessengruppen Mitglieder des BIS werden können, sofern ihre Statuten vom BIS genehmigt werden und sie einen ordentlichen Mitgliederbeitrag zahlen. Die weiteren Entscheide der Versammlung finden sich im Protokoll.

Eine Präsentation der GV-Traktandenliste finden Sie hier.

Zwei neue Vorstandsmitglieder

Mit Applaus hat die Generalversammlung des BIS zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt: Dr. Josephine Siegrist leitet seit 2008 als Direktorin die Pestalozzi-Bibliothek Zürich. Sie hat Theologie und Ökonomie studiert und war zuvor im Bildungs-bereich in leitenden Funktionen tätig. Dr. Rudolf Mumenthaler ist seit Mai 2012 an der HTW Chur als Professor tätig. Er hat Geschichte, Russistik und Politologie studiert und war seit 1997 in verschiedenen leitenden Funktionen an der ETH Bibliothek Zürich tätig.

Nach fünf Jahren im Vorstand wurde Gabi Schneider mit Dank verabschiedet. Am 1. Januar übernimmt Herbert Staub von Yolande Estermann das Präsidium, die im Vorstand verbleibt, bis eine Nachfolge als Vertretung der Romandie gefunden ist.

Bibliotheken verlangen Vertretung in AGUR 12

Die Generalversammlung BIS hat am 14. September eine Resolution zur Zusammensetzung der Arbeitsgruppe Urheberrecht (AGUR 12) verabschiedet, die von Bundesrätin Simonetta Sommaruga eingesetzt worden ist.

Das Vorgehen des Vorstandes wurde einstimmig gutgeheissen und mit dem folgenden Wortlaut unterstützt: «Der Schweizer Bibliotheksverband BIS verlangt, die Interessen der Bibliotheksbenutzer direkt in der Arbeitsgruppe zur Reform des Urheberrechtes vertreten zu können (AGUR 12). Der BIS zählt rund 3000 Mitglieder und vertritt in dieser Frage die über 3,5 Mio. Bibliotheksnutzer in der Schweiz. Sie sind aufgrund der digitalen Veränderungen mit rechtlich ungeklärten Fragen im Bereich des Urheberrechtes und exorbitanten Forderungen der Verlage konfrontiert. Die Dienstleistungen der grössten Schweizer Bibliothek sind beispielweise durch einen Prozess von Verlagen in Frage gestellt.»

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat mit Datum vom 17. September 2012 das Gesuch um eine BIS-Vertretung abschlägig beantwortet.