Drohende Einschränkungen bei Fernleihe

Die KUB, die Konferenz der Universitätsbibliotheken der Schweiz, ist sehr besorgt über das Urteil des Handelsgerichts Zürich vom April 2014: drei wissenschaftliche Verlage klagten gegen die ETH-Bibliothek, um die Fernleihe von Artikeln drastisch einzuschränken.


Das Handelsgericht Zürich hat im April  2014 ein Urteil gefällt, das noch über die Klage der Verlage hinausgeht – das Urteil stellt, sollte es denn rechtskräftig werden, ein Grundprinzip des Bibliothekswesens in Frage. Es wäre nämlich für Bibliotheken überhaupt nicht mehr möglich, einen Artikel auf Bestellung zu kopieren und zu verschicken. Die Bibliotheken dürften nur noch die ganzen Zeitschriftenbände physisch verschicken, sodass die Benutzenden selbst und eigenhändig eine Kopie herstellen müssten.

Sollte das Urteil Rechtskraft erlangen, so stünde die Schweiz zumindest in Europa und den USA einzigartig da! Die ETH hat gegen das Urteil beim Bundesgericht rekurriert. Wir warten nun auf das Urteil des Bundesgerichts. Die KUB möchte ihre Besorgnis über die Konsequenzen des Handelsgerichtsurteils verdeutlichen und hat deshalb das Urteil ausführlich analysiert: lesen Sie die vollständige Stellungnahme hier.

Update: Bibliothek darf Artikel verschicken (NZZ vom 18.12.2014)

03.12.2014
03.12.2014
Kategorie: Nachrichten