Bibliotheken gegen Verleihgebühr

Breite Unterstützung auch von Gemeinden, Kantonen und Verbänden


Über 660 Bibliotheken, Gemeinden, Kantone, Institutionen und Einzelpersonen wehren sich gegen die Einführung einer Verleihgebühr. Diese plant der Bund mit der Revision des Urheberrechtes.  

Am 31. März ist die Vernehmlassungsfrist zur geplanten Revision des Urheberrechtes abgelaufen. Die Schweizer Bibliotheksverbände BIS und SAB/CLP verzeichnen über 660 Stellungnahmen*, in denen sich Bibliotheken, Trägervereine, Gemeinden und Kantone vehement gegen die geplante Abgabe auf die kostenfreie Ausleihe durch Bibliotheken aussprechen. Bereits die Bezeichnung dieser Massnahme – Bibliothekstantieme, Verleihgebühr oder Verleihsteuer – ist umstritten. In der Vorlage des Bundesrates bleibt zudem völlig offen, wie hoch diese Abgabe ausfallen soll. Von Bibliotheken und auch Museen wird die Idee grundsätzlich als untauglich zurückgewiesen. Viele Bibliotheken weisen in ihren Stellungnahmen darauf hin, dass die Verleihgebühr sie in ihrer Existenz gefährden würde oder massive Einschränkungen ihres Angebotes zur Folge hätte.

Die Bibliotheken verstehen nicht, weshalb die bisher bewährte Lösung des Urheberrechtes geändert werden soll. In anderen Fragen sind die Bibliotheken mit den Vorschlägen des Bundesrates zu Anpassungen des Urheberrechtes an digitale Entwicklungen vorwiegend einverstanden.  

* Stellungnahmen gegen Verleihgebühr, die den Verbänden bekannt sind: 

  • 319 Bibliotheken 
  • 82 Gemeinden/Behörden 
  • 4 Kantone 
  • 6 Verbände/Organisationen 
  • 259 Einzelpersonen

Stellungnahme des BIS (PDF)
Zahlen zu Bibliotheksleitungen an die Urheber 2014 (PDF)

 

 

03.04.2016
03.04.2016
Kategorie: Verbandsaktivitäten, Nachrichten